Jugend forscht - am Modellbaubrett.....

Backe, backe, klebe, halt' so lang ich lebe ...

15 auf einen Streich .....


hätten wohl auch das tapfere Schneiderlein in Verlegenheit gebracht. So viele Schüler und Schülerinnen wurden vom Angebot des NaWi-Hauses Oldenburg überzeugt, sich ein "richtiges" Modellflugzeug zu bauen.

Ich hatte, durch einen Zeitungsartikel auf die Aktivitäten des NaWi-Hauses aufmerksam geworden, mich für den Bau eines Modellflugzeuges mit Kindern und Jugendlichen beworben. War zuerst die Reaktion eher verhalten, entschied sich dann spontan ein ganzer Bastelkurs dazu, eben diesen Flieger zu basteln. Das Material, von mir für ca. 8 TeilnehmerInnen zusammengestellt, mußte flugs verdoppelt und Arbeitsunterlagen hergerichtet werden.

Die in Aussicht gestellten Räume eigneten sich nach näherem Betrachten nicht für einen über 8 Wochen laufenden Kurs: die teilfertigen Flugzeuge brauchten Platz und Ruhe bis zum nächsten Bautermin. Wir zogen in einen Raum um, der sonst von Projektgruppen zum Thema 'Jugend forscht' genutzt wurde. Daher die Überschrift, für das laufende Vorhaben gute Rahmenbedingungen.

Jana, sie kann auch richtig nett sein ... Jetzt, nach dem dritten Treffen der ersten Gruppe, nehmen schon einige Baugruppen Form an: Rümpfe im Rohbau und jede Menge aufgereihter Rippen mit verklebten Nasen- und Endleisten.
Die Begeisterung hat noch keine Spur nachgelassen. Jana, die Flotteste von allen, läuft mir mit ihren leimfeuchten Bauteilen hinterher mit der Frage, wann es denn nun endlich weiter ginge.

Ferdinand konzentriert bei der Arbeit Viele Eltern holen ihre Kinder aus der Bastelrunde ab. Sofort müssen sie sich zeigen lassen, was so in der letzten Stunde an Baufortschritt erzielt wurde. Manch Elternteil wundert sich, wie produktiv ihr Nachwuchs sein kann, wenn es denn nur Spaß bringt.

Arielle heute das erste Mal dabei In loser Reihe bringe ich die nächsten Wochen hier weitere Texte und viele viele Fotos. Habe mir letzte Woche günstig so eine Digitalkamera abstauben können, nun geht das alles viel flinker ins Netz ;-) .

Wer kann Jana bremsen?? Und jetzt noch ein typisches Bild von Jana: nun man flott, gib mal her, mach mal, schneller....

Die folgenden Fotos stammen vom 11.3.99, also der zweiten Teilgruppe der insgesamt 15 Kinder. Etwas lebhaft als Gruppe, aber immer noch mit zufriedenstellenden Bauleistungen.

Hier einige Teilnehmer der Donnerstagsgruppe

Basteln und schnacken, auch Jungs können das meisterhaft ...

Genauigkeit ist gefragt

Ein paar Hilfslinien, und dann feste Leim drauf.

Mit Daumen drücken und dann feststecken!

Zu Hause fallen der Mutter die Kleider auseinander, hier werden die Nadeln gebraucht.

Eine Untergattung des Igels Pin-SE1

Flugzeugwerft mit Konstruktionselementen, oder Holz mit Nadeln. Wie man es gerne möchte.

Sieht sehr akkurat aus!

Mit voller Konzentrtion den Kleber gleichmäßig verstreichen, das hält (fast) ewig.

Es scheint Spaß zu machen

Chirurgenfinger vollenden Edles.

Wenn mal nicht geschnackt wurde ...
So bei der Sache kennen wir ihn eigentlich gar nicht - was ist los ;-) ?

Herr der Leisten und der Rippen Zwei Finger halten die Rippe auf Maß, der kleine Stab verteilt gleichmäßig den Kleber. Geschickt!

Ein ungewohnter Werkstoff ....... So leichtes Balsaholz, das zerfällt schon fast von alleine, wenn man es anfaßt. Also - Vorsicht!

Die Flieger bekommen ihre Die Flächenhälften werden mit sogenannten "Ohren" versehen. Diese geben Stabilität im Kurvenflug.

Eine Lehre sorgt für den richtigen Winkel Bis der Kleber durchgetrocknet ist, hält eine Lehre das Ohr in dem richtigen Winkel fest. Zur Tragfläche hin stützt eine Strebe aus Balsa das Ohr ab (wird gerade von der Nadel fixiert).

Flächenhälften zum Zusammenbau vorbereitet Im nächsten Schritt werden die Flächenhälften mit vorgegebener V-Form zusammengefügt. Die Kinder bauen jetzt schon Rumpf und Flächen parallel, damit keine Zeit beim Durchtrocknen einzelner Bauteile ungenutzt verstreicht.

Erste Rümpfe haben die Flächenauflage erhalten Nachdem die Rümpfe verschliffen worden sind, wird die Flächenauflage rechtwinklig auf den Rumpf montiert. Hier muß Sorgfalt walten, da insbesondere beim Hochstart an dieses Bauteil harte Anforderungen gestellt werden.

So, mittlerweile ist für die Mittwochgruppe der fünfte Bastelabend vorbei. Die Teile des Fliegers nehmen Gestalt an, ein Modell wurde bereits teilweise grundiert. Wichte Bauteile müssen eingepaßt werden, die Zeit für Kontrolle des richtigen Einbaus erfordern. Nicht allen Kindern geht es schnell genug, zumal wir nur mit Kaltleim kleben. Abends über die Woche kommen dann schon mal die Heinzelmännchen und arbeiten an dem einen oder anderen Modell nach. Wenn die Osterferien vorbei sind, kommt auf alle Modelle Farbe und letzte Handgriffe bereiten den dann bald folgenden Erstflug vor.

Johann klebt das Seitenruder an

An die ausgemessene Position kommt das Seitenruder auf den Rumpf. Die Steuerfläche wird mit kleinen Weißblechstreifen eingeklebt, mit deren Hilfe sich später leicht der benötigte Ruderausschlag einstellen läßt.

Eine Lehre hilft bei der Einstelleung der V-Form Eine Lehre (Abstandshalter) hält die Flächenhälften in der richtigen Position, .....

Der Flächenverbinder, das Herzstück der Flächenhälften ...während in der Mitte der Flächenverbinder aus solidem Sperrholz für ausreichende Festigkeit sorgt.

Jana gefällt diese Arbeit anscheinend nicht so gut Wenn alle Teile miteinander verklebt und ausreichend durchgetrocknet sind, geht es ans Schleifen und Grundieren des Rohbaus. Das dauert natürlich wieder eine Weile, aber die Oberflächenqualität der zu lackierenden Teile hängt sehr stark davon ab. Später soll das Modell, wenn es denn einmal ins feuchte Gras geflogen ist, sich ja nicht sofort in seine Bestandteile auflösen.

Se1-Rumpf im Rohbau auf Schwerpunktwaage Mit Hilfe der hier gezeigten Vorrichtung stellt man den Schwerpunkt des Fliegers ein. Dazu muß er aber fertig gebaut und lackiert sein. Eine Trimmkammer im vorderen Rumpf dient zur Einstellung, indem dort die notwendige Bleizugabe erfolgt. Bei richtiger Schwerpunktlage neigt sich der Rumpf um ein paar Grad nach unten. In einem der folgenden Bilder wird das Auswiegen nochmals dargestellt.

Hier werden Flächen mit Spannlack gestrichen Der Rumpf erhält seinen Anstrich mehr zum Schutz vor Witterungseinflüssen, also insbesondere gegen Feuchtigkeit. Die Tragfläche muß zwar auch notfalls Regen einiger Zeit widerstehen, hier soll der Spannlack aber hauptsächlich dem (in diesem Fall benutzten) Bespannpapier eine zusätzliche Festigkeit und dem Profil entsprechende Form geben. Dazu muß mehrmals mit Spannlack gestrichen werden. Zuerst eher dünner, zuletzt unverdünnt. Bitte immer gut lüften, die Ausdünstungen sind gesundheitsschädlich!

Farbvariationen ohne Grenzen! Jetzt, wo sich die Formen des fertigen Fliegers schon besser abzeichnen, werden letzte Arbeiten mit besonderem Elan vollzogen. Der farblichen Gestaltung des Fliegers sind keine Grenzen gesetzt. Grasgrün als Farbe ist bei einem Flugzeug, das auch schon mal weit weg auf einer Wiese oder in einem Maisfeld landet, nicht klug gewählt. Leuchtfarben kommen da viel besser!

Die SE1 wird ausgewogen (ausbalanciert) Nachdem nun sämtliche Arbeiten am Modell fertiggestellt sind, muß der Schwerpunkt korrekt ausgewogen werden. Also rauf auf die "Waage", am richtigen Punkt (nach Plan) aufgesetzt und mit Blei in der Ballastkammer im Rumpfvorderteil die korrekte Neigung des Rumpfes auswiegen. Feinabstimmungen werden darüber hinaus erst auf dem Flugfeld bei ersten Testflügen vorgenommen.

Spannend scheint es ja für die jungen Konstrukteure zu sein!

Gruppenbild mit 9 Fliegern SE1 Nun ist es vollbracht! Von den 15 Jungen und Mädchen konnten alle ihr Modell in der vorgegebenen Zeit fertigstellen. Der überwiegende Teil wollte sein oder ihr Modell nun aber auch fliegen sehen. Dazu bedarf es zwar eines großen Fluggeländes (selbst ein Sportplatz ist zu klein dafür), für die ersten Lufthüpfer ging es aber eben um die Ecke auf eine frei Wiese. Und siehe da, nach ein paar Korrekturen zogen alle Flieger ruhig ihre Bahn durch die Lüfte.

Bei zwei, drei Modellen gab es dann auch schon die erste unsanfte Berührung mit Hindernissen, die Tube Sekundenkleber half hier noch vor dem endgültigen Nachhauseweg.

Hier enden meine festgehaltenen Eindrücke aus den beiden Bastelgruppen. Je nach Baufortschritt stellte ich Bilder und Bemerkungen in diesem Bericht ab. So begeistert die Kinder während des Kurses bastelten und sich beteiligten, nach Ende des Kurses habe ich nicht eins je auf dem Modellfluggelände getroffen. Viele Flugzeuge hängen (hoffentlich) noch in den Kinderzimmern oder im Bastelkeller des Vaters. Vielleicht sieht man sich später ja wieder, wenn der "Bazillus" Modellbau bzw. Modellflug sich in die Wunschliste der haranwachsenden Menchen einnistet. Kommt nur, interessanter wird es allemal!

Gruß Herbert Martens